BMI-Rechner

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein einfaches Maß für Körperfett basierend auf Gewicht und Größe. Er hilft einzuschätzen, ob Sie unter-, normal-, übergewichtig oder adipös sind. Obwohl der BMI kein direktes Maß für Körperfett ist, ist er ein nützliches Screening-Tool für Gesundheitsrisiken.

BMI

Referenzen

  • World Health Organization. (2000). Obesity: preventing and managing the global epidemic. WHO Technical Report Series 894. WHO

Häufig gestellte Fragen

Der BMI wurde 1832 von Adolphe Quetelet als Screening-Tool auf Bevölkerungsebene entwickelt, nicht als individuelle Diagnose. Die Formel (Gewicht ÷ Größe²) kann nicht zwischen Muskel-, Fett- oder Knochenmasse unterscheiden. Forschungen zeigen, dass muskulöse Personen als „übergewichtig" klassifiziert werden können, trotz geringen Körperfettanteils. Für Sportler oder Personen mit erheblicher Muskelmasse bieten Körperzusammensetzungsmethoden wie DEXA-Scans oder Hautfaltenmessungen genauere Bewertungen. Studien im Journal of Sports Sciences bestätigen, dass bis zu 50% der Sportler durch den BMI falsch klassifiziert werden.
Die WHO empfiehlt niedrigere BMI-Grenzwerte für asiatische Bevölkerungsgruppen, da Forschungen zeigen, dass diese bei niedrigeren BMI-Werten Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit Fettleibigkeit (Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) entwickeln. Eine WHO-Expertenkonsultation von 2004 stellte fest, dass Asiaten bei gleichem BMI im Vergleich zu Kaukasiern einen höheren Körperfettanteil haben. Die vorgeschlagenen asienspezifischen Grenzwerte sind: Übergewicht ≥23, Adipositas ≥27,5 (gegenüber Standard 25 und 30). Dies spiegelt Unterschiede in Körperzusammensetzung und Fettverteilungsmustern zwischen ethnischen Gruppen wider.
Meta-Analysen großer Kohortenstudien (einschließlich der Global BMI Mortality Collaboration-Studie mit 10,6 Millionen Teilnehmern) ergaben, dass die Gesamtmortalität bei Nichtrauchern im BMI-Bereich von 20-25 am niedrigsten ist. Die Beziehung ist jedoch J-förmig: Sowohl sehr niedriger (<18,5) als auch hoher (>30) BMI sind mit erhöhter Mortalität verbunden. Interessanterweise zeigt die Kategorie „Übergewicht" (25-30) in vielen Studien ein minimal erhöhtes Risiko, was zur Debatte über das „Adipositas-Paradoxon" in der medizinischen Literatur führt.
Der BMI wird mit dem Alter aufgrund altersbedingter Veränderungen der Körperzusammensetzung weniger zuverlässig. Ältere Erwachsene verlieren typischerweise Muskelmasse (Sarkopenie) und Knochendichte, während sie möglicherweise Fett zunehmen. Forschungen deuten darauf hin, dass leicht höhere BMI-Werte (25-27) bei Erwachsenen über 65 Jahren tatsächlich schützend sein können, verbunden mit besseren Krankheitsergebnissen und niedrigerer Mortalität. Darüber hinaus kann Größenverlust durch Wirbelsäulenkompression BMI-Berechnungen künstlich erhöhen. Der Taillenumfang kann für ältere Erwachsene eine nützlichere Metrik sein.
Die aktuellen WHO-BMI-Schwellenwerte (18,5, 25, 30) wurden durch epidemiologische Studien festgelegt, die die Beziehung zwischen BMI und Gesundheitsergebnissen untersuchten. Das WHO-Expertenkomitee von 1995 überprüfte Mortalitäts- und Morbiditätsdaten, die zeigten, dass Gesundheitsrisiken über BMI 25 progressiv zunehmen, mit starken Anstiegen über 30. Der Untergewichts-Grenzwert von 18,5 basierte auf Studien, die erhöhte Mortalität und Gesundheitsprobleme unter diesem Niveau zeigten. Diese Schwellenwerte repräsentieren Punkte, an denen sich das Krankheitsrisiko auf Bevölkerungsebene merklich ändert.
Der Körperfettanteil liefert mehr Einblick in die Körperzusammensetzung und das Gesundheitsrisiko, aber der BMI bleibt als zugängliches Screening-Tool nützlich. Forschungen in Obesity Reviews zeigen, dass der Körperfettanteil metabolische Gesundheitsergebnisse besser vorhersagt. Die genaue Körperfettmessung erfordert jedoch spezialisierte Ausrüstung (DEXA, BIA, hydrostatisches Wiegen). Für die meisten Menschen bietet die Verwendung von BMI zusammen mit dem Taillenumfang einen praktischen Kompromiss – zentrale Adipositas (hoher Taillenumfang) in Kombination mit erhöhtem BMI zeigt ein höheres Gesundheitsrisiko an als jede Metrik allein.